Die passende Mundharmonika für Kinder auswählen

Für Kinder ist die Mundharmonika ein einfach zu erlernendes Instrument. Es hilft einem Kind durch schnelle Erfolgserlebnisse bereits früh Spaß beim Musizieren zu haben. Zudem sammelt es wertvolle musikalische Erfahrungen, die sich auch auf die Entwicklung anderer intellektueller Fähigkeiten auswirken. Da die Mundharmonika sehr günstig ist, macht es nichts, wenn das Instrument kaputt geht oder mal unauffindbar verloren gegangen ist.

Mundharmonika Kind

Während Kinder in Europa und Amerika zuerst Blockflöte lernen, spielen Kids in Asien anfangs eine Mundharmonika. Dort ist die Mundharmonika das Musikinstrument der Wahl für Einsteiger und in der musikalischen Früherziehung.

Im Vergleich zu einer Blockflöte ist das Spielen lernen einer Mundharmonika einfacher. Bläst man auf einer Blockflöte zu stark, fängt der Ton an zu quietschen. Zudem sind ist die Griffe zum Spielen einer Tonleiter nicht in einer logischen Reihenfolge angeordnet. All das erschwert den intuitiven Zugang zur Musik. Andere Instrumente, wie Gitarre oder Klavier, erschweren Kindern durch ihre Komplexität das Spielen.

Auf der Mundharmonika spielt man einfach nur die Töne, denn auf ihr sind nur die Noten einer Tonleiter enthalten. Man kann daher nicht richtig oder falsch darauf spielen. Insbesondere einfache Kinderlieder lassen sich daher schnell und einfach erlernen. Kinder können also gleich loslegen und benötigen keine langwierige verschulte Ausbildung oder Notenkenntnisse.

Mundharmonika vs Blockflöte

Dark Dwarf, Flickr

 

Eine Blockflöte begeistert Kinder mit der Zeit immer weniger, weil sie einfach uncool ist. Sorry, liebe Blockflötenlehrerinnen, aber mir ging das damals genauso! Die Mundharmonika ist dagegen eines der beliebtesten Musikinstrumente und in allen Musikrichtungen zu hören. Man kann damit in den Schulferien, auf einer Kinderfreizeit oder als Teen auch am Lagerfeuer mitspielen und wer Interesse mitbringt, kann später sogar in einer Band als Mundharmonikaspieler auf der Bühne stehen.

Und das Lernen der Mundharmonika ist nebenbei auch gut für die Beziehung zu deinem Kind. Denn wenn die Eltern oder Großeltern gleichzeitig mit den Kindern das Instrument lernen und spielen, macht es euch beiden Spaß und verstärkt eure Bindung. Kleinere Kinder lernen nur durch Nachahmung. So dass ein Fortschritt hauptsächlich durch das gemeinsame Spielen möglich ist. Mit ein bisschen Übung könnt ihr sogar ein Duett spielen. Aber der Spaß sollte immer im Vordergrund bleiben!

Mundharmonika Beziehung Kinder

Damián Bakarcic

 

Auf was ist bei der Auswahl zu achten

Größe

Die Größe einiger Mundharmonika-Arten kann für Kinder bereits das Spielen erschweren. Zum einen ist der Mund eines Kindes kleiner als der eines Erwachsenen. Dadurch ist es schwer eine größere Mundharmonika in den Mund zu nehmen. Als Folge können einzelne Töne nicht so leicht gespielt werden. Zum anderen passen größere Mundharmonikas nicht in die kleinen Hände von Kindern.

Aufgrund ihrer Größe sind chromatische Mundharmonikas eher nicht für Kinder zu empfehlen. Auch Tremolo- und Oktav-Instrumente sind für Kleinkinder eher schwierig, weil sie zu groß sind. Grundschulkinder können diese Harmonikas aber durchaus schon spielen. Richtermundharmonikas sind dagegen von der Größe her ideal.

Mundharmonika Kinder Größe

 

Abstand und Größe der Löcher

Einzeltöne sauber zu spielen ist das größte Problem für einen Anfänger und ganz besonders für Kinder. Sind die Abstände zwischen den Löchern der Mundharmonika klein, so erschwert es das Spielen von einzelnen Tönen. Gerade für Kinder ist dies schwierig, weil sie weniger Geduld als Erwachsene aufbringen.

Die Abstände der Löcher zueinander sollten deswegen möglichst groß sein. Das ist nur bei diatonischen Richter- und chromatischen Mundharmonikas der Fall. Bei Tremolo- oder Oktav-Harmonikas spielt man zudem immer vier Löcher gleichzeitig. Hier ist der Abstand der Töne zwar größer, weil aber vier Löcher auf einmal gespielt werden, ist es für Kinder verwirrend. Deswegen sollten Kinder eher kein Tremolo-Instrument für den Anfang verwenden.

Tonart

Ich empfehle eine Mundharmonika in C.

Die Standardtonart beim Erlernen aller Instrumente ist C-Dur. Das hat damit zu tun, dass diese Tonart bei Noten einfach notiert wird und keine Vorzeichen beachtet werden müssen. Unabhängig davon ist C-Dur bei der Mundharmonika für Kinder aus einem anderen Grund gut geeignet.

Der Klang der Töne wird nämlich bei der Mundharmonika vom Mund-Rachenraum beeinflusst. Dieser bildet einen Resonanzraum. Ist der Mundraum groß, so klingen tiefe Töne voll. Bei kleinen Kindermündern klingen tiefe Töne entweder schwach oder sie können gar nicht gespielt werden.

Für Kinder empfehle ich deswegen eine höhere Tonlage ab C-Dur.

C-Dur ist meistens auch die günstigste Stimmung. Für Kinder sind aber auch D, E, und F in Ordnung. Wenn du dein Kind auf der Gitarre begleiten willst ist E-Dur praktisch.

Die richtige Mundharmonika je Altersgruppe

Kleinkinder im Vorschulalter (2 bis 5 Jahre)

Mundharmonika Kleinkinder

Andrew Seaman

 

Kinder in diesem Alter lernen vorwiegend durch Nachahmen. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen das Spielen so wenig systematisch (verschult) wie möglich vermitteln. Stattdessen lieben sie es, über eine spielerische Herangehensweise ausprobieren zu dürfen. Das geht am besten, wenn ein Erwachsener immer mal wieder etwas vorspielt. Ab 5 Jahren ist ein methodischer Ansatz schon eher geeignet.

Für das Vorschulalter empfehle ich die Hohner Speedy Mundharmonika. Die Besonderheit der Speedy ist der Abstand der Tonkanäle. Dieser ist besonders weit. Zudem sind die Löcher groß, so dass die Kids einfach einzelne Töne spielen können.

Die Hohner Speedy hat abgerundete Ecken. Dadurch kann sich dein Nachwuchs nicht so einfach wehtun. Die Speedy ist für quasi jeden Spaß zu haben und kann so einiges mitmachen, denn sie ist gut verarbeitet. Von Vorteil sind auch die dickeren Stimmzungen. Sie sind belastbar und verstimmen dadurch weniger schnell. Ein weiteres Plus für genervte Eltern-Ohren: Das Instrument ist nicht so laut wie zum Beispiel eine Blockflöte.

Die Hohner Speedy hat 4 Kanäle mit denen 8 Töne einer C-Dur Tonleiter gespielt werden können (Kernoktave). Das reicht für erstaunlich viele Lieder. Gerade für Kinderlieder und einfache Volkslieder ist es völlig ausreichend.

Der Clou ist aber die Verwendung der Kernoktave. Denn diese gibt es bei jeder Mundharmonika-Art. Nach dem Erlernen der Speedy ist deswegen ein einfacher Umstieg auf andere Mundharmonikas möglich. Hier bietet sich beispielsweise die Hohner Melody Star an.

Kids im Grundschulalter (6 bis 10 Jahre)

Mundharmonika Grundschule

CJ Sorg

 

Kinder im Grundschulalter können Musik bereits systematischer lernen. Dies ist auch das beste Alter mit dem Musiklernen anzufangen, da die Kinder sich ab diesem Zeitpunkt genug konzentrieren können. Anfangs ist Lernen durch Nachahmen weiterhin eine gute Möglichkeit, die Grundlagen zu vermitteln. Danach können die Kinder schon selber neue Lieder lernen.

Für diese Altersgruppe kann ebenfalls die Hohner Speedy für den direkten Einstieg und das Erlernen der Kernoktave verwendet werden. Die Kinder werden aber schnell darüber hinauswachsen. Im Anschluss bietet sich eine Hohner Melody Star Mundharmonika an. Auch diese hat abgerundete Ecken, wodurch sie schonender zu spielen ist.

Das Besondere an der Melody Star ist aber das haptische Feedback das man beim Spielen erhält. Die Tonlöcher sind dabei hervorgehoben. Dadurch spürt man während dem Spielen, wo sich der Tonkanal befindet. Das Erlernen des Spielens einzelner Töne ist dadurch viel einfacher, als bei einer „normalen“ Mundharmonika.

Im Anschluss ist eine diatonische Richter-Mundharmonika zu empfehlen. Diese ist immer noch sehr kostengünstig. Deren Stimmung entspricht im Wesentlichen der auch bei Tremolo-Instrumenten verwendeten Tonanordnung. Und sie hat keinen Schieber, wie eine chromatische Mundharmonika. Zudem ist es die am meisten eingesetzte Mundharmonika-Art.

Worauf ist bei einer diatonischen Mundharmonika beim Kauf zu achten? Nun, besonders für Kinder empfiehlt sich Kunststoff als Material des Kanzellenkörpers (dort wo die Löcher drin sind). Dieser bleibt länger sauber und lässt sich einfacher reinigen als beispielsweise Holz.

Zudem nutzt sich Holz mit der Zeit ab. Zuerst blättert der Lack ab, sodass Feuchtigkeit leicht eindringen kann. Dies hat zur Folge, dass der Kanzellenkörper rau wird und es sich wie Schmirgelpapier anfühlt. Wenn sich dann noch das Holz auflöst, scheuern sich die Metallteile in die Lippen und Mundwinkel.

Ich empfehle als Anfängerinstrument gerne eine Hohner Special 20. Diese ist hochwertig verarbeitet. Ihr großer Vorteil: dank der von Kunststoff umrandeten Stimmplatten steht stundenlangem Spielen ohne sich zu verletzen nichts im Wege. Eine günstigere Alternative ist die Hohner Big River Harp.

Auch wenn der Preis verlockend ist, bitte kauft für eure Kids keine 5 Euro Mundharmonika aus China! 10 Euro und mehr sollte dir ein gutes Instrument für deine Kinder schon wert sein! Bei den China-Mundharmonikas sind die Kanten nicht entgratet und damit scharfkantig. Diese schneiden sich beim Spielen wie ein Messer in die Lippen. Gerade für Kleinkinder – aber auch für uns alle – ist davon abzuraten. Nimm lieber eine Mundharmonika von einem guten Hersteller.

Teenager und Junggebliebene (10 Jahre und älter)

Mundharmonika Teenager

mckinney75402, Flickr

 

Ab diesem Alter kann man gleich mit einer diatonischen Richter- oder einer chromatischen Mundharmonika anfangen. Die Blues Harp ist die Grundlage aller Mundharmonikas und zudem günstig. Deswegen wird sie gerne als Anfängerinstrument verwendet.

Nach dem Beherrschen der Richter-Mundharmonika kann einfach auf alle anderen Harmonika-Arten gewechselt werden, weil die Grundtechniken auch dort anwendbar sind.

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