Welche Mundharmonika passt zu mir?

Du möchtest gerne Mundharmonika spielen. Aber die vielen verschiedenen Typen verwirren dich?

Kein Problem, denn in diesem Artikel erfährst du, welche Mundharmonika am besten zu dir passt.

Pfeile auf Asphalt

Es gibt bekanntlich eine große Auswahl an Mundharmonikas verschiedener Typen und Bauweisen. Da ist für jeden etwas dabei. Doch die Vielfalt der verschiedenen Mundharmonika-Arten ist auch verwirrend. Welche Mundharmonika-Art ist für dich am besten geeignet?

Dieser Frage gehen wir jetzt nach. Ich habe dir hier ein paar Fragen und Auswahlkriterien zusammengestellt. Mit ihrer Hilfe findest du die richtige Mundharmonika für dich.

Welche Musik-Richtungen hörst du gerne und welche Art von Musik möchtest du gerne machen?

Das wichtigste Auswahlkriterium für eine Mundharmonika, ist die Musik, die du damit spielen möchtest. Denn je nach Musik-Richtung, eignet sich die eine oder die andere Mundharmonika-Art besser.

Wenn du noch gar nicht weißt, welche Musik-Richtung zu dir passt, habe ich einen Trick. Der hilft dir herauszufinden, was du gern spielen möchtest. Es ist nämlich ganz einfach: Die Musik, die du gerne hörst, ist auch die, die dir beim Spielen am meisten Spaß macht.

Höre dir also ein paar Stücke mit Mundharmonika an und entscheide mit deinem Bauch, was dir davon am meisten gefällt. In diesen Artikeln bekommst du viele Beispiele zu hören:

Wenn du die richtige Musik-Art gefunden hast, dann hilft dir die folgende Aufzählung, bei der Auswahl deiner Mundharmonika, die zu dir passt.

  • Rock-Musik – Die typische Rock-Mundharmonika ist ein diatonisches Modell mit 10 Löchern. Mit ihr kannst du den typischen rockig-dreckigen Sound, der dich vom Hocker reißt, erzeugen.
  • Blues und Funk – Im Blues wird meistens eine diatonische Mundharmonika gespielt. Denn mit ihr bekommst du den typischen Blues-Sound am besten hin. Die diatonische Mundharmonika wird darum auch „Blues-Harp“ genannt. Manchmal ist auch eine chromatische Mundharmonika zu hören.
  • Pop und Soul – In der Pop-Musik sind viele Mundharmonika-Arten zu hören. Meistens erklingt eine chromatische Mundharmonika. Auch im Soul, wie etwa in der Musik von Stevie Wonder, ist eine Chrom richtig. Wenn es etwas bluesiger sein soll, ist aber auch immer wieder eine Blues-Harp angesagt.
  • Hip Hop & R‘n B - Im Hip Hop wird eine Mundharmonika eher als Effekt eingesetzt. Weil sich diese Musik auch aus dem Blues und Soul heraus entwickelt hat, kannst du dort sowohl die Chrom, als auch die Blues-Harp spielen.
  • Country-Musik – In dieser ur-amerikanischen Musik wird fast ausschließlich die diatonische Mundharmonika gespielt. Diese hat einfach den typischen Country-Sound. Es gibt aber auch ein paar wenige Songs, die mit der Chrom gespielt werden.
  • Schlager, Evergreens und Chansons – In dieser Musikrichtung ist meistens eine chromatische Mundharmonika zu hören. Aber auch eine diatonische, die zum Beispiel von Michael Hirte gespielt wird. Die Chrom gibt dir bei Schlagern, Evergreens und Chanson etwas mehr Flexibilität und eignet sich für diese Melodien meistens etwas besser.
  • Volksmusik – In der Volksmusik möchte man gerne einen vollen Klang, der an ein Akkordeon erinnert. Darum spielt man hier traditionell eine Tremolo-Mundharmonika. Eine Oktav-Mundharmonika passt auch sehr gut dazu. Darüber hinaus ist eine chromatische Mundharmonika für das Solo-Spiel auch sehr oft in der volkstümlichen Musik zu hören.
  • Jazz – Der Pionier der Mundharmonika im Jazz war Toots Thielemans. Seitdem ist im Jazz meistens eine chromatische Mundharmonika zu hören. Denn sie bietet die musikalische Flexibilität, die man im Jazz einfach benötigt. Seit ein paar Jahren wird die diatonische Mundharmonika im Jazz immer populärer. Diesen Trend hat Howard Levy angestoßen, der damit wahre Kunstwerke zaubert.
  • Klassische Musik – In der Klassik werden in Europa vor allem chromatische Mundharmonikas gespielt. Das liegt daran, dass diese sowohl einen großen Tonumfang haben, als auch alle zwölf Halbtöne. Nur so ist es möglich, viele klassische Kompositionen spielen zu können.
  • Elektronische Musik – E-Musik lebt natürlich von Synthesizern. Trotzdem wird dort immer mal wieder eine Mundharmonika gespielt, um einen Kontrast zu haben. Meistens ist das dann eine diatonische Mundharmonika, die bluesig gespielt wird.

Welche Mundharmonika gefällt dir vom Klang her am besten?

Das zweitwichtigste Auswahlkriterium zur Wahl einer Mundharmonika, die zu dir passt, ist der Klang. Denn die jeweiligen Mundharmonika-Arten klingen verschieden. Und dieser Unterschied macht viel aus.

Bei einer diatonischen Mundharmonika gibt es jeweils eine Stimmzunge, die einen Ton erzeugt. Du spielst dadurch meistens reine Töne und sie klingt dadurch entsprechend rein. Das eignet sich hervorragend fürs Spielen von Melodien.

Auf ihr können aber auch Akkorde gespielt werden. Und die Töne können, wie eine Stimme, durch weitere Spielweisen frei in der Tonhöhe gespielt werden. Das gibt ihr dann einen sehr ausdrucksstarken Klang. Darum wird sie auch im Blues und in der Rock Musik so gerne eingesetzt.

Hier ist ein Beispiel für den Klang der diatonischen Mundharmonika:

Grassinger

Auch bei der chromatischen Mundharmonika, spielst du nur einen Ton gleichzeitig. Weil sie in ihrem Inneren anders aufgebaut ist, klingt sie anders. Ihr Klang ist reiner und wärmer, als der ihrer diatonischen Schwester.

Dafür ist das Akkordspiel bei ihr eingeschränkt. Und der Ton kann nicht so ausdrucksstark verändert werden. Zum Glück braucht man das auch gar nicht in jeder Musikrichtung. Eine Chrom klingt so:

Toots Thielemans, The original theme to „Sesame Street“

Bei einer Tremolo- und einer Oktav-Mundharmonika erklingen jeweils immer zwei Stimmzungen je Ton. Dadurch wird der Klang kräftiger und voller. Sie klingen beide ein wenig nach Akkordeon, Steirischer Harmonika oder Schwyzer Örgli.

Weil sie sehr ähnlich zur diatonischen Mundharmonika sind, kannst du mit ihnen auch Akkorde spielen. Und so klingt eine Tremolo-Mundharmonika:

Grassinger

Wo möchtest du musizieren?

Die Mundharmonika, die zu dir passt, hängt auch davon ab, wie du gerne Musik machen möchtest. Du solltest dich fragen, wo du denn gerne Mundharmonika spielen möchtest. Soll sie zu Hause erklingen? Oder möchtest du sie gerne unterwegs mitnehmen und zum Beispiel beim Wandern in der Natur oder bei Reisen mitnehmen?

Im Prinzip ist jede Mundharmonika ja so kompakt, dass sie ins Reisegepäck passt. Am besten reist du jedoch mit der diatonischen Mundharmonika. Diese passt in jeden Rucksack und auch raue Bedingungen, die du in der Natur antriffst, machen ihr wenig aus.

Auch Tremolos und Oktav-Mundharmonikas sind traditionelle Wander-Instrumente. Sie sind etwas empfindlicher, aber wenn du sie gut verpackst, dann eigenen sie sich gut für das Spiel in der Natur oder in der Gruppe.

Die chromatische Mundharmonika ist dagegen etwas empfindlicher. Sie solltest du nur in einem Etui transportieren. Und für das Musizieren unter freiem Himmel ist sie nicht so gut geeignet. Wenn du aber eh nur mit einem Dach überm Kopf spielen willst, ist sie gut geeignet.

Auf welche Art möchtest du Musik machen?

Auch die Art und Weise, wie du Musik machen willst, entscheidet darüber, ob die Mundharmonika zu dir passt. Ich meine dabei vor allem, ob du Musik Solo für dich oder in einer Gruppe spielen möchtest.

Wenn du alleine spielen möchtest, dann ist prinzipiell jede Mundharmonika-Art für dich geeignet. Meistens fällt die Wahl dann auf eine diatonische oder eine chromatische Mundharmonika. Denn mit diesen kannst du die beliebtesten Lieder meistens spielen.

Wenn du aber in einer Gruppe spielen möchtest, dann hängt die gewählte Mundharmonika-Art vor allem von der Musik ab, die ihr machen wollt. Es gibt ja verschiedene Arten von Bands – von der Rock-Gruppe, über Country hin zu Irish Folk.

Und abhängig von der Musik, die die Band macht, musst du auch deine Mundharmonika auswählen. Das selbe gilt natürlich auch für andere Gruppen und Musik-Vereine. Es ist ja klar, dass du in einer Rock-Kapelle mit einem Volksmusik-Instrument auffällst. Andererseits kann genau das ja auch gewollt sein.

Was du auch beachten solltest: Möchtest du gerne akustisch spielen? Oder willst du einen elektronisch verstärkten Sound haben? Akustisch kannst du jede Mundharmonika spielen. Doch beim verzerrten elektrischen Sound, dominiert die diatonische Mundharmonika.

Möchtest du Noten lernen oder frei spielen?

Eine weitere wichtige Frage ist, ob du Musik nach Noten spielen willst. Das kannst du mit den meisten Mundharmonikas tun. Aber hier unterscheiden sich die Kurse meistens.

Das Spiel auf einer diatonischen oder einer Tremolo-Mundharmonika ist meistens ohne Notenkenntnisse möglich. Es gibt Hilfestellungen, die dir den Einstieg dazu ermöglichen. Danach kann man auch frei und ohne Noten spielen.

Bei der chromatischen Mundharmonika wird dagegen meistens nach Noten gespielt. Denn um die erweiterten musikalischen Möglichkeiten auszuloten, sind diese einfach praktisch. Dabei sollte beachtet werden, dass man mit einer Chrom ja später alles spielen kann. Und wenn man erst Spaß daran gefunden hat, hat man mit Noten dann keine Grenzen mehr.

Wie viel Erfahrung hast du bereits mit dem Musik machen?

Eines ist ganz klar – wenn du bereits andere Instrumente spielst, dann wird dir das Mundharmonika spielen um so leichter fallen. Deine Vorkenntnisse können auch beeinflussen, welche Mundharmonika besser zu dir passt.

Als Musik-Einsteiger, ist es wichtig ein Instrument zu wählen, dass es dir möglichst einfach macht. Entsprechend sollte deine Mundharmonika also nur soviel Töne haben, wie nötig. Und sie sollte sich auch auf wenige Löcher beschränken, damit du immer einen Durchblick hast.

Genau diese zwei Kriterien erfüllt die diatonische Mundharmonika am besten. Denn sie beschränkt sich bewusst auf die Töne der Tonleiter, was auch für die meisten Lieder völlig ausreicht. Und sie hat nur zehn Löcher.

Zudem ist sie die Ur-Mundharmonika, von der alle anderen Mundharmonikas abgeleitet wurden. Das heißt, wenn du die diatonische Harp spielen kannst, dann wirst du die anderen Mundharmonika-Arten auch schnell beherrschen.

Auch eine chromatische Mundharmonika ist für Einsteiger geeignet. Doch bietet sie im Prinzip zu früh zu viele Möglichkeiten. Zudem ist ein gutes Modell im Vergleich teurer.

Tremolo- und Oktav Mundharmonikas sind für den Einstieg nur bedingt geeignet. Denn sie haben zwar auch nur die Töne der Tonleiter. Aber ihre vielen Löcher und die vielen unterschiedlichen Tonbelegungen zwischen den Modellen, erschweren den Einstieg unnötig.

Wenn du schon mehr Musik-Erfahrung hast, aber noch nie Mundharmonika gespielt hast, dann solltest du ebenfalls mit einer diatonischen einsteigen. Bei mehr Ambitionen ist auch eine Chrom für dich geeignet.

Und wenn du bereits Mundharmonika spielst, dann kannst du jede Mundharmonika-Art leicht lernen.

Du weißt es noch immer nicht? Hier mein Tipp für eine Mundharmonika, die zu dir passt.

Ich empfehle grundsätzlich, mit einer diatonischen Mundharmonika einzusteigen. Für den Anfang ist ein Modell mit Kunststoff-Körper am besten geeignet. Denn diese sind am schonendsten für die Lippen.

Als Tonart nimmst du am Anfang am besten C-Dur. Diese Tonart hat mehrere Vorteile. Sie liegt in der Mitte des Tonumfangs und lässt sich am einfachsten spielen. Zudem ist sie die Grundlage aller Kurse.

Die folgenden Modelle haben sich für Einsteiger bewährt:

Seydel Blues Session Steel*

Hohner Special 20*

Lee Oskar Major Diatonic*

Fazit

In diesem Artikel hast du herausgefunden, welche Mundharmonika am besten zu dir passt. Anhand der folgenden sechs Fragen, hast du herausgefunden, welche Mundharmonika für dich am besten ist:

  • Welche Musik-Richtungen hörst du gerne und welche Art von Musik möchtest du gerne machen?
  • Welche Mundharmonika gefällt dir vom Klang her am besten?
  • Wo möchtest du musizieren?
  • Auf welche Art möchtest du Musik machen?
  • Möchtest du Noten lernen oder frei spielen?
  • Wie viel Erfahrung hast du bereits mit dem Musik machen?

Und wenn du es noch immer nicht wusstest, dann hast du von mir Vorschläge für gute Modelle bekommen.

Damit bist du jetzt startklar. Ich wünsche dir viel Spaß beim Spielen deiner Mundharmonika!

Let the good times roll – Mark

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